Am Anfang standen Lesungen des Schauspielers Fritz Karl, fünf Jahre später ist der Kulturverein „Archekult“ in Traunkirchen fest etabliert. Lesungen österreichischer Autoren wie Rene Freund standen ebenso auf dem Veranstaltungsprogramm wie archäologische Vorträge und die Open Air-Reihe „Sommerkino im Klosterhof“. Jährlicher Höhepunkt ist das „Fest für die Archäologie“, bei dem Spitzenarchäologen aus dem In- und Ausland über ihre Arbeit berichten.
„Archekult“-Obmann Manfred Schindlbauer: „Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt aber auf dem Gebiet der Archäologie.“ International bedeutsame Funde, vor allem aus der Hallstattzeit, zeugen nicht nur von der überregionalen Bedeutung des Ortes als Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum für das Salz aus Hallstatt sondern auch vom Reichtum seiner Bewohner. Ziel des Vereins ist es, die wertvollsten Funde nach Traunkirchen zurückzubringen. „Wir haben eine Vision: die Einrichtung eines Archäologischen Museums in Traunkirchen“, so der Obmann. „In den letzten Wochen und Monaten sind wir dieser Vision einige Schritte näher gekommen, bis zu ihrer Verwirklichung ist es aber noch ein weiter Weg.“
Am 11. Oktober wurde vom Traukirchner Gemeinderat der einstimmige Beschluss gefasst, das Mesnerhaus für Vereinszwecke zur Verfügung zu stellen. Nun schien es so, als würde der langgehegte Wunsch von ArcheKult, ein eigenes Museum gestalten zu können, in Erfüllung gehen.
Eine höchst unterhaltsame Mischung aus Lesung, Gesang, Kabarett und kulinarischem Genuss bot die am 8. Juli im Hotel Post in Traunkirchen veranstaltete Wirtshausjause mit Franz Froschauer. Unter dem Motto „In da Köllagossn... Erlesenes zum Thema Wein“ präsentierte der vor Kurzem mit dem Landeskulturpreis geehrte Schwanenstädter Schauspieler und Sänger neben Geschichten und Liedern von Josef Weinheber, Alfred Polgar, Helmut Qualtinger und Christine Nöstlinger auch Texte aus eigener Feder. Mit seinem enormen schauspielerischen Potential und der unnachahmlichen Gabe, menschliche Schwächen zu entlarven, begeisterte er von der ersten Minute an sein Publikum, mit witzigen Einfällen und punktgenauen Pointen hatte er die Lacher sofort auf seiner Seite. Schauplatz dieses vergnüglichen Abends war die neu renovierte Poststube 1327, einst Hoftaverne des Klosters (die Jahreszahl weist auf die erste urkundliche Erwähnung), heute Wirtshaus-Treffpunkt am Traunsee.
Die Open Air Filmreihe "Sommerkino im Klosterhof" stand 2016 unter dem Motto "Das Leben und die Macht der Musik". Auf dem Programm standen drei Erfolgsfilme ganz unterschiedlicher Art, die davon erzählen, welch großen Einfluss die Musik auf das Leben von Menschen hat.
Den Auftakt bildete am Donnerstag, den 14. Juli das schwedisch-dänische Musikdrama "Wie im Himmel", das gesellschaftskritisch und dennoch unterhaltsam die Geschichte des international renommierten Dirigenten Daniel und seiner Liebe zur Musik erzählt, die die Herzen der Menschen zu öffnen vermag und sie die Sorgen und Nöte des Alltags vergessen lässt. Am 21. Juli folgte der spannende französische Psycho-Thriller "Das Mädchen, das die Seiten umblättert", eine Rachegeschichte, die in der Welt der Kammermusik spielt und auf laute Effekte und explizite Gewalt verzichtet, dafür mit beklemmenden Bildern und grandiosen Darstellern überzeugt. Anrührend und amüsant zugleich ist die französische Komödie "Das Konzert", die am Mittwoch, den 27. Juli den Abschluss der Filmreihe bildete; sie ist ein tiefsinniger Film über Menschlichkeit, Liebe und Verantwortung, in dem die Musik die alles verbindende Macht darstellt.
Auf Spaten, Schaufel und Kelle verzichtet der zum "Wissenschaftler des
Jahres" gekürte Archäologe Wolfgang Neubauer völlig. Der Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie in Wien ist den im Boden verborgenen
Überresten früher Kulturen mit ganz anderen Methoden auf der Spur: mit Magnetmessungen, Bodenradar, Luftbildern und Geoinformationssystemen in 3 D-Technik. Die so gewonnenen Daten werden im
Computer interpretiert und bilden die Basis für eine dreidimensionale Rekonstruktion.
Auf diese Weise hat Wolfgang Neubauer auf dem Stadtgebiet des römischen Carnuntum in Niederösterreich eine antike
Gladiatorenschule entdeckt und in Norwegen einen wikingerzeitlichen Häuptlingssitz mit Hafenanlage und Ritualplätzen. Seit 2010 erforscht er mit seinem Team die Landschaft rund um das berühmte
steinzeitliche Monument Stonehenge in Großbritannien: Nur wenige Stunden, nachdem die Geräte zusammengebaut waren, gelang eine sensationelle Entdeckung, die Entdeckung eines bisher unbekannten,
noch älteren Holzkreises mit ehemals 24 massiven Pfosten, die von einem Grabenwerk umgeben waren.
Über weitere Entdeckungen im Umkreis von Stonehenge und seine spannende Arbeit berichtete Wolfgang Neubauer am 4. November im Klostersaal Traunkirchen im Rahmen des 5. Festes für die Archäologie, das gemeinsam vom Kulturverein ARCHEKULT, der Internationalen Akademie und der Gemeinde Traunkirchen veranstaltet wurde. Für die musikalische Umrahmung sorgte Birgit Trawöger, Harfe, ein gemütlicher Ausklang bei Wein und Brötchen bot Gelegenheit zu interessanten Fachgesprächen.