8. Juni 2017, 19.00 Uhr
Vortrag Mag. Miriam Weberstorfer,
Knochenarbeit - was menschliche Überreste über das Leben in der Ur- und Frühgeschichte verraten
23. Juni 2017, 18.30 Uhr
Lesung am Schiff:
Rene Freund liest aus seinem Roman Niemand weiß, wie spät es ist
6., 13. und 20. Juli 2017,
Sommerkino - unter dem Motto: Mahlzeit! Filme, die Appetit machen...
6. Juli: Zimt und Koriander
Der erfolgreichste griechische Film aller Zeiten
13. Juli: Bella Martha
Eine deutsche Komödie, die mal wieder ein Genuss ist
20. Juli: Lunchbox
Ein wunderbarer Crossover-Film aus Indien, bei dem es um Liebe und köstliches Essen geht
24. September 2017, 11.00 bis 18.00 Uhr
Tag des Denkmals: Das Kloster öffnet seine Pforten
21. + 22.Oktober 2017
Vereinsausflug in das Urzeitmuseum Nussdorf-Traisental und zur Stonehengeausstellung im Mamuz-Museum Mistelbach,
Besichtigung weiterer archäologisch und kulturell interessanter Sehenswürdigkeiten im Weinviertel
10. November 2017, 19.00 Uhr
Fest für die Archäologie
Festvortrag: Mag. Kerstin Kowarik, Urgeschichtliche Salzwege im Salzkammergut
30.12.2017
Vortrag: Dr. Barbara Horejs, Gold Genetik und Gesellschaft
Kooperation mit der Internationalen Akademie Traunkirchen
Welche Geschichten erzählen menschliche Knochen aus der Ur- und Frühgeschichte? Was sagen sie über das damalige Leben aus? Diesen Fragen ging die Archäobiologin
Miriam Weberstorfer im Rahmen der ARCHEKULT-Generalversammlung am 8. Juni im Stiftersaal des Klosters Traunkirchen auf den Grund. In ihrem Vortrag „Knochenarbeit - Was menschliche Überreste
über das Leben in der Ur- und Frühgeschichte verraten“ gab sie Einblicke in die Arbeit des prähistorischen Anthropologen und berichtete Spannendes und Wissenswertes über die Knochen- und
Leichenbrandreste aus den Traunkirchner Gräbern der Hallstattzeit.
Nach einem Bericht über den derzeitigen Stand des Museumsprojekts "Urgeschichtliche Salzwege - Traunkirchen in der Hallstattzeit" folgten die Neuwahl des
Vorstandes, Anträge der Mitglieder und ein Ausblick auf kommende Schwerpunkte der Vereinsarbeit.
Zum Abschluss präsentierte Otto Gahleitner sein "Kleinstes Musiktheater der Welt", in dem er die Zuschauer mit weltbekannten Melodien und Szenen aus Musicals und Filmen begeisterte.
Bei einer Lesung an Bord des Ausflugsschiffes St. Nikolaus und einer romantischen Seerundfahrt stellte der in Grünau lebende Autor am 23. Juni in Traunkirchen seinen aktuellen Bestseller vor:
„Zum Lachen und zum Weinen, hintergründig, komisch und weise.“ Die Kritik feierte René Freunds neuen Roman „Niemand weiß, wie spät es ist“ als perfekte Sommerlektüre, als Buch, das man gar nicht mehr weglegen will, weil es spannend ist und mit Ironie und mit tiefsinniger Menschenliebe die Schwächen unserer Zeit aufdeckt. Nora hat ihren Vater verloren. Das ist schlimm genug - noch schlimmer wird es, als sie bei der Testamentseröffnung erfährt, dass sie sein stattliches Vermögen nur erben wird, wenn sie Paris und ihr komfortables Leben dort verlässt und mit der Asche ihres Vaters im Handgepäck durch Österreich wandert, um sie an einem noch unbekannten Ort zur letzten Ruhe zu betten. Begleitet wird sie nach dem Willen des Vaters von einem pedantischen jungen Notariatsgehilfen, der ihr tagtäglich das neue Etappenziel mitteilt. Zwischen Regengüssen, Wortgefechten und allmählicher Annäherung folgen die beiden einem Plan, der ihr Leben auf dem Kopf stellen wird.
6. Juli: Zimt und Koriander
Der erfolgreichste griechische Film aller Zeiten
13. Juli: Bella Martha
Eine deutsche Komödie, die mal wieder ein Genuss ist
20. Juli: Lunchbox
Ein wunderbarer Crossover-Film aus Indien, bei dem es um Liebe und köstliches Essen geht
Großes Publikumsinteresse herrschte beim Tag des Denkmals 2017 in Traunkirchen: Mehr als 400 Besucher, darunter auch zahlreiche Urlaubsgäste aus Deutschland, nutzten die Gelegenheit, bei einer Klosterführung und einem archäologischen Rundgang Schätze aus drei Jahrtausenden, die nur selten der Öffentlichkeit zugänglich sind, zu besuchen. Höhepunkte, um die sich die Besucher scharten, waren dabei das Gründungsbild des Nonnenkloster aus dem Jahr 1532 und der originale, aus der Jesuitenzeit stammende Dachstuhl; besonderes Interesse weckte auch die archäologische Ausstellung mit den Funden aus der Bronze- und Hallstattzeit Traunkirchens.
Den Abschluss der wirklich gelungenen Veranstaltung bildete ein spannender Vortrag des Gmundner Historikers Heinz Schießer, der über die Bedeutung des Nonnenklosters für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region im Mittelalter und in der Reformationszeit referierte.
Unser heuriger Ausflug führte uns in archäologisch hochinteressante Regionen Niederösterreichs. Erster Stop war Nussdorf ob der Traisen. Beim Bau der Schnellstraße S33 von St. Pölten nach Krems wurden große Gräberfelder aus der Bronze- und Eisenzeit freigelegt. In den Schotterbänken an den Flussufern wurden die Grabbeigaben hervorragend konserviert. In Nussdorf entstand ein kleines, aber sehr sehenswertes Museum, in dem die schönsten Funde präsentiert werden.
Stonehenge -Hidden Landscapes im Museum Mistelbach:
So eindrucksvoll der Steinkreis von Stonehenge auch ist, zeigten die Forschungen der letzten Jahre doch, dass er nur ein kleiner Teil eines größeren Systems von Kultbauten aus mehreren Jahrhunderten ist. Österreichische Forscher unter der Leitung von Dr. Wolfgang Neubauer waren an diesen Entdeckungen maßgeblich beteiligt. Mit modernster Technik wie dem Bodenradar konnten sie zerstörungsfrei unter die Oberfläche blicken. Dr. Neubauer persönlich hat uns die Vorgangsweise und Ergebnisse beim "Fest der Archäologie 2016" präsentiert. In der Ausstellung im Museum Mistelbach werden sie erstmals in Europa präsentiert.
Stonehenge erwies sich als rituelles Zentrum, das über Jahrhunderte genutzt wurde, für Feste, aber auch als bevorzugter Bestattungsplatz für die Elite eines großen Gebiets. Als herausragendes Beispiel wird in der Ausstellung das Grab des "bush-barrow man" gezeigt. Der Griff seines Dolchs war mit 140.000 (!) Goldnägeln verziert, jeder 1 mm lang und 0,2 mm im Durchmesser - eine unfassbare Leistung der Goldschmiedekunst.
Stonehenge selbst entstand in mehreren Etappen, zunächst als Erd- und Holzmonument, zuletzt in Form des bekannten Steinkreises. Die Herkunft der Steine, Theorien zu Transport und Aufstellung waren ebenfalls Thema der Ausstellung.
Unser nächstes Ziel war Asparn an der Zaya, wo die Archäologie Niederösterreichs im Schloss und dem umgebenden Parkgelände umfassend präsentiert wird - von den altsteinzeitlichen Funden in der Gudenushöhle bis zum Frühmittelalter. Ergänzt wurde die Dauerausstellung durch die Sonderschau "News from the past", die Einblicke in die aktuellsten Forschungen vermittelt.
Letzter Programmpunkt war die Besichtigung des größten, noch ungeöffneten Grabhügels der Hallstattzeit in (sic!) Großmugl. Wenn hier auch keine Funde besichtigt werden können, imponiert doch die Größe des Monuments und seine herausragende Einbettung in die Landschaft.
Wir danken Hermann Gruber für die perfekte Planung und Vorbereitung des Ausflugs, bei dem auch der Spaß und die Geselligkeit nicht zu kurz kamen...
Hallstatt und sein Umfeld - eine 7000jährige Beziehungsgeschichte
Die Wege zum Salz und die Versorgung der Hallstätter Bergleute mit Lebensmitteln, Rohstoffen und Arbeitsgeräten standen im Mittelpunkt des vom Kulturverein ARCHEKULT am 10. November im Traunkirchen veranstalteten Festes für die Archäologie.
Die bis 5000 v. Chr. zurückreichende Salzproduktion im Hallstätter Hochtal prägte nicht nur die Geschichte des Ortes, sondern auch die seines Umfeldes zwischen Donautal und Alpenhauptkamm. Bergbau, Versorgungsbedarf und Salzhandel formten die Wirtschafts- und Sozialstrukturen, aber auch die Landschaft des Salzkammergutes. Neueste Forschungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des Naturhistorischen Museums in Wien beleuchten die Beziehungen des prähistorischen Bergbaus zu seiner Umgebung. Wie wurde die Landschaft rings um das Hochtal genutzt, in welcher Beziehung standen bedeutende Siedlungen wie Traunkirchen zu dem großen Bergbauzentrum? Auf welchen Wegen gelangten Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien in das Hochtal? Wie war die Mobilität im Salzkammergut organisiert?
Antworten auf diese Fragen gab im voll besetzten Klostersaal Fr. Dr. Kerstin Kowarik, Archäologin der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien und Leiterin des Facealps-Projekts, das in Hallstatt die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt in den letzten 3500 Jahren erforscht ( www.facealps.com ) . Für die musikalische Umrahmung des Festes sorgten Sonja Hofer (Klavier) und Beate Kirchner (Querflöte); den Abschluss bildete ein gemütlicher Ausklang bei Wein und Brötchen.
Unter diesem Titel stand der Vortrag von Fr. Prof. Barbara Horejs, einer ausgewiesenen Kennerin der Archäologie des Anatolischen Raumes. Sie spannte an diesem Abend einen Bogen von den neuesten Forschungsmethoden zu den Ergebnissen, die eine neue Sicht auf die Entwicklung der Zivilisation im Südosten Europas werfen. Im Zentrum standen Forschungen zur frühen Metallurgie. In Bulgarien, am Ada Tepe, konnte ein prähistorisches Goldbergwerk ergraben werden, das möglicherweise das begehrte Metall für die mykenische Hochkultur lieferte. Durch Isotopenanalysen könnte hier in naher Zukunft Klarheit geschaffen werden. Auch die frühe Kupferproduktion im Raum Ephesos und die Bedeutung dieses Metalls für die gesellschaftliche Entwicklung kam zur Sprache. Die Genetik wiederum verspricht neue Erkenntnisse über die Wanderbewegungen der Völker. Nicht zuletzt wurde die Bedeutung der österreichischen Archäologie an ausgewählten Beispielen, zu denen auch Traunkirchen zählte, dargestellt.
Herzlichen Dank an Fr. Prof. Horejs und die internationale Akademie für diesen Vortrag!
Weitere Informationen bietet die Seite des Institutes für orientalische und europäische Archäologie (OREA) der österreichischen Akademie der Wissenschaften www.orea.oeaw.ac.at !