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Im Zuge von Sanierungsarbeiten im Kreuzgang des ehemaligen Klosters wurde 1997/98 ein urzeitliches Gräberfeld entdeckt und ausgegraben. Dabei konnten 95 Brandgräber freigelegt werden; die ältesten datieren in das 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. (Späte Bronzezeit), die jüngeren in die Ältere Hallstattzeit (8./7. Jh. v. Chr.). Im Nordteil des erfassten Areals fanden sich überwiegend Bestattungen in einfachen Gruben, im Süden auch reich ausgestatte Hügelgräber mit steinumstellten Grabkammern.
Die Verstorbenen waren in ihrer Tracht, oft mit Schmuck und Waffen ausgestattet, auf einem Scheiterhaufen verbrannt und anschließend bestattet worden. Als Beigaben wurden ihnen Gefäße mit Speisen und Trank, aber auch Geräte und Werkzeuge für das Leben im Jenseits mit ins Grab gegeben.
Das Grab eines Kriegers:
Besonders reich ausgestattet war Grab 32. Es enthielt neben einem Eisenschwert, das als Hieb- und Stichwaffe diente, die Reste eines Eisenmessers und sechs bronzene Pfeilspitzen. Diese Ausstattung war in der Hallstattzeit für eine elitäre, kriegerische Gesellschaftsschicht kennzeichnend.
Komplettiert werden die Metallbeigaben durch einen Eisennagel und eine Mehrkopfnadel aus Bronze. Da der Nagel in unmittelbarer Nähe des Leichenbrandes gefunden wurde, könnte es sich dabei um den letzten Rest eines Holzkästchens handeln, in dem die verbrannten Überreste des Verstorbenen verwahrt wurden. Mehrkopfnadeln hielten das Gewand von Männern an der Schulter zusammen; sie waren prestigeträchtige Schmuckstücke und Statussymbole.
Die für die Hallstattzeit typischen Prunkgeschirrsätze hatten ihren Ursprung in den Jenseitsvorstellungen der damaligen Menschen, die daran glaubten, dass das Leben nach dem Tod ein immer währendes Festmahl sei, für das der Verstorbene gut gerüstet sein sollte.
Der Prunkgeschirrsatz von Grab 32 umfasste neben einem bemalten Stufenteller je zwei Kegelhalsgefäße, Tassen und Schalen sowie eine Omphalosschale. Der Omphalos (griechisch für Nabel), eine Vertiefung am Boden, diente dazu, das mit Wein gefüllte Gefäß besser zum Mund führen zu können.